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Verkauf

Bieterverfahren beim Unternehmensverkauf: Mehr Wettbewerb, besserer Preis

Lesezeit: 10 min

Warum Auktion besser ist als bilaterale Deals

Szenario 1: Du hast EIN potentiellen Käufer. Du verhandelst mit ihm. Er sagt: "Ich biete dir 5 Millionen." Du sagst: "Nein, ich will 6 Millionen." Er sagt: "Okay, 5,2." Und so weiter. Das ist eine bilaterale Verhandlung.

Problem: Dieser eine Käufer kontrolliert die Preisfindung. Er kann sagen: "Nicht dein bester Preis? Okay, ich gehe." Und du hast verloren.

Szenario 2: Du hast 5-10 potentielle Käufer. Sie konkurrieren um deinen Betrieb. Der erste bietet 5 Millionen. Der zweite bietet 5,5. Der dritte bietet 6. Und so weiter. Das ist eine Auktion.

Vorteil: Der Preis steigt natürlich, weil Käufer gegeneinander bieten.

Mit VALENTYR haben wir gesehen: Unternehmen, die bilateral verhandeln, bekommen 10-20% weniger als Unternehmen, die eine Auktion machen.

Ein einfaches Beispiel: Zwei identische Betriebe, beide 5 Millionen wert.

• Betrieb A: Bilaterale Verhandlung mit 1 Käufer → verkauft für 4,5 Millionen

• Betrieb B: Auktion mit 5 Käufern → verkauft für 5,5 Millionen

Der Unterschied: 1 Million€. Das ist 20%.

Daher: Eine kontrollierte Auktion ist fast immer besser.

Die Phasen: Indicative, Binding, Exclusivity

Eine professionelle Auktion hat Phasen:

PHASE 1: INDICATIVE OFFERS (2-4 Wochen)

Du schickst an 10-15 potentielle Käufer ein Informationsmemorandum (deine "Verkaufsbroschüre"). Sie sagen: "Wir sind interested, aber wir brauchen mehr Infos. Unser indicative offer ist 5 Millionen."

Das ist unverbindlich. Es ist wie: "Wenn die Zahlen stimmen, würde ich bei diesem Preis interessiert sein."

Du sortierst: Die Top 3-5 Käufer mit den besten Indicative Offers laden du zu Gesprächen ein.

PHASE 2: BINDING OFFERS (4-6 Wochen)

Die Top Käufer machen eine Due Diligence (prüfen deine Zahlen, deine Verträge, deine Risiken). Dann geben sie ein "Binding Offer" ab: "Wir bieten dir 5,5 Millionen für deinen Betrieb."

Das ist halbverbindlich. Der Käufer ist committed, aber es kann noch Bedingungen geben.

PHASE 3: EXCLUSIVITY (2-4 Wochen)

Du wählst einen Käufer (normalerweise den mit dem besten Angebot). Du unterzeichnest eine "Exclusivity Agreement" – das heißt: Für die nächsten 4 Wochen verhandelst du nur mit diesem Käufer.

Das gibt dem Käufer Sicherheit: Er weiß, du gehst nicht zu einem Konkurrenten.

Mit VALENTYR VOS Standardisierung können Käufer schneller entscheiden. Die Indicative und Binding Phases gehen schneller.

Deal Dynamics: Die Psychologie der Auktion

Interessante Beobachtung: In einer Auktion bieten Käufer oft MORE als in bilateral deals.

Warum? FOMO (Fear of Missing Out).

Käufer sieht: "Es gibt 4 andere Käufer. Wenn ich nicht aggressiv biete, bekomme ich den Betrieb nicht." Also bietet er mehr.

Das ist die Psychologie von Auktionen – du nutzt die Konkurrenz zu deinem Vorteil.

Aber: Du musst die Auktion richtig managen:

1. GENUG KÄUFER: Mit nur 2-3 Käufern funktioniert die "FOMO-Auktion" nicht. Es braucht mindestens 4-5 ernsthafte Käufer.

2. KEIN BIAS ZU EINEM KÄUFER: Wenn Käufer merken, dass du einen bevorzugst, bieten die anderen nicht mehr. Bleib neutral.

3. DEADLINE SETZEN: "Ich brauche eure Binding Offers bis zum 1. September." Das drückt Käufer, schneller zu entscheiden und aggressiver zu bieten.

4. TRANSPARENZ (BEGRENZT): Erzähl Käufern nicht, wie viel ein anderer geboten hat. Aber lass sie wissen, dass es Konkurrenz gibt.

Mit VALENTYR M&A Support können wir diese Auktionsdynamik für dich managen.

Bilaterale Deals: Wann sind sie sinnvoll?

Es gibt Fälle, wo eine bilaterale Verhandlung besser ist als eine Auktion:

SZENARIO 1: STRENG STRATEGISCHER KÄUFER

Nur ein Käufer macht Sinn für deinen Betrieb. Z.B. ein großer Konzern, der deine Produkte perfekt in sein Portfolio integriert. Du willst DIESEN Käufer, nicht irgendeinen.

Dann: Mach keine Auktion. Verhandle bilateral. Der Käufer wird wissen, dass du mit ihm allein verhandelst, und wird bessere Konditionen geben.

SZENARIO 2: DEIN BETRIEB IST "NISCHEN"

Nur 2-3 Käufer machen Sinn. Z.B. ein hochspezialisierter Betrieb in einer bestimmten Branche. Eine Auktion mit 10 Käufern macht keinen Sinn, weil 7 davon nie kaufen würden.

Dann: Konzentrier dich auf die 2-3 relevanten Käufer. Verhandle bilateral mit jedem.

SZENARIO 3: ZEITMANGEL

Du brauchst schnell zu verkaufen (Gesundheit, Familienumstände). Eine Auktion dauert 3-4 Monate. Du hast nur 4-6 Wochen.

Dann: Bilaterale Deals sind schneller. Du findest 1-2 Käufer und verhandelst intensiv.

Aber: In den meisten Fällen (wo du Zeit hast und mehrere Käufer möglich sind), ist eine Auktion besser.

Vorbereitung für eine erfolgreiche Auktion

Eine gute Auktion braucht gute Vorbereitung:

1. INFORMATIONSMEMORANDUM: Eine professionelle Verkaufsbroschüre. Nicht zu lang (20-30 Seiten), nicht zu kurz (mindestens 10). Mit den wichtigsten Infos.

2. FINANZIAL PROJECTIONS: Käufer wollen wissen: "Was sind deine zukünftigen Zahlen?" Zeig ihnen realistische 3-Jahres-Projections.

3. MANAGEMENT TEAM PRÄSENTATION: Käufer wollen das Team sehen und treffen. Eine 1-Stunden-Präsentation mit dem Management.

4. Q&A PROCESS: Käufer haben Fragen. Habe einen Prozess, um Fragen schnell und professionell zu beantworten.

5. DATENROOM: Alle Dokumente (Finanzberichte, Verträge, Lizenzen, etc.) in einem sicheren Online-System.

Mit VALENTYR VOS Assessment bekommst du ein professionelles Informationsmemorandum und finanziale Projections, die Käufer vertrauen.

Nach der Auktion: Der Vertrag

Du hast die Auktion gewonnen – ein Käufer hat das beste Angebot gemacht. Jetzt kommt der Vertrag.

Der Kaufvertrag ist nicht einfach. Er hat hunderte Punkte:

• Der Preis (offensichtlich)

• Zahlungskonditionen (Wann zahlt der Käufer? 100% bei Close? Über Zeit?)

• Reps & Warranties (Was garantierst du dem Käufer?)

• Indemnities (Was passiert, wenn du gelogen hast?)

• Earn-Outs (Zahlt der Käufer extra, wenn der Betrieb gut läuft?)

• Non-Compete (Darfst du in die gleiche Branche einen neuen Betrieb gründen?)

Hier brauchst du einen guten Anwalt. Der verhandelt die Vertragsbedingungen mit dem Käufer.

Mit VALENTYR haben wir M&A-Anwälte-Netzwerk, die dir helfen können.

Dein Auktions-Playbook

Schritt 1: Identifiziere 10-15 potentielle Käufer.

Schritt 2: Mit VALENTYR VOS Assessment erstelle ein professionelles Informationsmemorandum und Finanzial-Projections.

Schritt 3: Schreib eine "Teaser" (1-Seiten-Zusammenfassung) und schreib Käufer an: "Ich habe ein potentielles Investment für dich."

Schritt 4: Die interessierten Käufer unterschreiben ein NDA und bekommen das volle Informationsmemorandum.

Schritt 5: Sammle Indicative Offers. Top 3-5 Käufer für Phase 2.

Schritt 6: Management Presentations und Deep Dive Due Diligence.

Schritt 7: Binding Offers sammeln. Beste Käufer aussuchen.

Schritt 8: Exclusivity und Vertragverhandlung mit dem besten Käufer.

Die Dauer: 3-4 Monate. Der Preis-Unterschied zum Bilateral-Deal? Oft 20% höher.

Resultat: 1-2 Millionen mehr Verkaufspreis. Das ist wert es.

Bereit für den nächsten Schritt?

Finde heraus, was dein Betrieb wirklich wert ist.