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Bewertung

EBITDA-Multiple erklärt: So wird dein Unternehmen bewertet

Lesezeit: 10 min

Das EBITDA-Multiple: Die Sprache der Investoren

Wenn du mit Käufern, Investoren oder Finanzierern sprichst, hörst du ein Wort immer wieder: EBITDA. Es ist die Standardsprache für Unternehmensbewertungen im deutschsprachigen Raum. Nicht weil sie perfekt ist – sondern weil sie einfach ist, schnell zu verstehen und branchenübergreifend vergleichbar.

EBITDA = Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation, Amortization. In Deutsch: Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen. Vereinfacht ausgedrückt: Das operative Ergebnis, das dein Betrieb verdient, bevor Finanzierungskosten und Steuern anfallen.

Die Formel ist denkbar einfach: Unternehmenswert = EBITDA × Multiplikator.

Ein Beispiel: Dein Betrieb verdient 200.000 EUR EBITDA pro Jahr. Ein Käufer sagt: "Die Branche handelt mit einem 5x Multiple." Dann ist dein Betrieb ca. 1.000.000 EUR wert. Klar, einfach, schnell.

Wie der Multiplikator entsteht – Branchentabelle

Der Multiplikator ist nicht willkürlich – er spiegelt die wirtschaftliche Realität einer Branche wider. Branchen mit stabilen, vorhersehbaren Gewinnen bekommen höhere Multiples. Branchen mit volatilen Erträgen bekommen niedrigere Multiples.

Hier ein Überblick typischer DACH-Multiples:

• Handwerk (Schreinerei, Elektro, Klempner): 4,5-6,5x EBITDA. Stabile, wiederkehrende Geschäfte mit lokaler Kundenbasis.

• Dienstleistung & Beratung: 6-9x EBITDA. Höher bewertet wegen Skalierbarkeit und weniger Kapitalintensität.

• IT & Tech Services: 7-10x EBITDA. Höchste Multiples, da Geschäftsmodell skalierbar und nicht personenabhängig.

• Einzelhandel: 3-5x EBITDA. Niedriger, da konjunktur- und trendsensitiv.

• Produktion & Maschinenbau: 5-7,5x EBITDA. Stabil, aber kapitalintensiv und zyklisch.

• Gastronomie: 3-4,5x EBITDA. Sehr niedrig, sehr hohe Volatilität.

Diese Spannen sind nicht in Stein gemeißelt. Sie variieren je nach Wirtschaftslage, Markterwartungen und individuellen Faktoren des Betriebs.

Was beeinflusst deinen persönlichen Multiplikator?

Nicht jeder Betrieb in einer Branche bekommt denselben Multiplikator. Es gibt Faktoren, die deinen Multiple rauf oder runter treiben:

MULTIPLIKATOR ERHÖHENDE FAKTOREN:

• Kundenunabhängigkeit: Dein Betrieb läuft auch ohne dich. Kein "Key-Person Discount".

• Stabile, wachsende Kundenbasis: Große, langfristige Kundenverträge mit guter Diversifikation.

• Dokumentierte Prozesse: Der Betrieb ist systemisch, nicht intuitiv.

• Starkes Management-Team: Der Betrieb läuft auch ohne den Gründer.

• Technologische Vorteile: Du hast Systeme, Software, Automatisierung, die schwer zu kopieren sind.

• Wachstumstrendsicher: Der Betrieb wächst oder ist zukunftssicher (z.B. nicht von auslaufenden Trends abhängig).

MULTIPLIKATOR REDUZIERENDE FAKTOREN:

• Inhaberabhängigkeit: Alles läuft durch dich. Großer "Key-Person Discount".

• Volatile Kundenbasis: Wenige Großkunden, oder stark zyklische Aufträge.

• Fehlende Dokumentation: Der Betrieb läuft nach "Bauchgefühl", nicht nach System.

• Schwaches Management: Wenn der Gründer rausgeht, kollabiert der Betrieb.

• Technische Schulden: Alte Systeme, veraltete Infrastruktur, hohe Kosten für Wartung.

• Markttrends gegen dich: Der Markt schrumpft, neue Technologie macht dich obsolet.

Der "VOS Premium": Wie der VALENTYR Standard dein Multiple erhöht

Hier ist das Geheimnis, das die meisten Unternehmer nicht kennen: Der Multiple ist nicht auf Branchenebene festgelegt – er ist auf Betriebsebene variabel.

Ein Betrieb mit gutem VALENTYR VOS Score wird mit HÖHEREN Multiplikatoren bewertet als der Branchendurchschnitt. Warum? Weil die Risiken transparent sind und niedrig.

Beispiel: Ein Handwerksbetrieb mit 150.000 EUR EBITDA sollte nach Branchennorm mit 5x Multiple = 750.000 EUR bewertet werden. Aber wenn dieser Betrieb einen starken VOS Score hat (Prozesse dokumentiert, Kundenbasis diversifiziert, Inhaberabhängigkeit niedrig, Finanzen sauber), dann kann der Multiplikator auf 6x oder 6,5x steigen. Das bedeutet: 900.000-975.000 EUR. Ein PLUS von 150.000-225.000 EUR, nur weil der Betrieb "transaktionsfähig" ist.

Das ist der VOS Premium: Ein Betrieb, der die Qualitätskriterien des VALENTYR Ownership Standards erfüllt, wird mit 10-25% höheren Multiplikatoren bewertet, weil Käufer das Risiko sehen und quantifizieren können.

Häufige Fehler bei EBITDA-Multiple-Bewertungen

Fehler 1: EBITDA nicht bereinigen. Wenn dein EBITDA private Kosten enthält (Firmenwagen, Repräsentation, Familie auf der Gehaltsliste), dann ist die echte EBITDA höher. Ein Käufer wird das "add back" machen – das heißt, er bereinigt diese Posten. Deine echte EBITDA kann 10-20% höher sein als ausgewiesen.

Fehler 2: Den Branchen-Multiple nicht kennen. "Mein Betrieb ist einzigartig und wert 10x Multiple!" – vielleicht, aber überprüf vorher, was deine Branche wirklich handelt. Mit Recherche und Benchmarks kennst du die Realität.

Fehler 3: Einen zu hohen Multiple annehmem, nur weil er "nice" klingt. "Ein Berater hat mir gesagt, mein Betrieb ist 8x wert!" – Schön, aber: Zahlt auch wirklich jemand 8x? Der Multiple muss vom Markt validiert werden, nicht vom Bauchgefühl.

Fehler 4: Keine Abweichungen für Größe berücksichtigen. Kleinere Betriebe (unter 100k EBITDA) bekommen oft niedrigere Multiples als große (über 500k EBITDA), weil Größe = Stabilität. Kenne die Adjustments.

Fehler 5: In Einmaleffekten zu denken. Wenn du ein außergewöhnlich gutes Jahr hattest, bereinige das EBITDA auf ein "nachhaltiges" Level. Ein Käufer zahlt nicht für Glück, sondern für systemische Verdiensfähigkeit.

Die alte Welt vs. die neue Welt: Multiple-Verhandlung

Alte Welt: Du brauchst einen Makler. Der Makler sagt: "Dein Betrieb ist 6x wert." Du sagst: "Ich dachte 7x?" Der Makler sagt: "Das ist dein Preis, oder die Käufer interessieren sich nicht." Du verkaufst zu 6x, obwohl du wirklich 6,5x verdient hättest. Verlust: 75.000 EUR (bei 150k EBITDA).

Neue Welt mit VALENTYR: Du machst einen VOS Assessment. Der Report zeigt: "Dein Betrieb hat einen starken Multiple-Faktor: Kundenunabhängigkeit ist hoch, Prozesse sind dokumentiert, Management-Team ist stark." Du weißt objektiv, dass du 6,5x oder 7x verdienst, nicht 6x. Mit dieser Daten-Validierung verhandelst du stärker. Ergebnis: Du bekommst 6,5x, nicht 6x. Gewinn: +75.000 EUR.

Nächste Schritte: Optimiere dein Multiple

Der Multiple ist nicht unverrückbar. Mit den richtigen Maßnahmen kannst du deinen Multiple erhöhen – und damit deinen Betrieb wertvoller machen.

1. VOS Assessment (sofort): Verstehe, welche Faktoren deinen Multiple treiben.

2. Priorisierung (Wochen): VOS Report zeigt dir, welche 3-5 Maßnahmen den größten Multiple-Boost bringen.

3. Umsetzung (3-6 Monate): Dokumentiere Prozesse, baue dein Management-Team auf, diversifiziere Kundenbasis.

4. Re-Assessment (nach Umsetzung): Überprüfe deinen neuen Multiple. Typisch: +0,5-1,5x Multiplikator-Lift.

5. Verkauf (mit Daten): Mit neuem, höherem Multiple verkaufst du erfolgreicher und teurer.

Mit VALENTYR VOS ist dieser Prozess strukturiert, messbar und ergebnisorientiert – nicht nach Bauchgefühl.

Bereit für den nächsten Schritt?

Finde heraus, was dein Betrieb wirklich wert ist.